Die beiden Städte befinden sich seit über 50 Jahren in einem ständigem Entwicklungsprozess. Die kommunale Entwicklung ist dabei untrennbar mit der politisch-administrativen Entwicklung der beiden Länder Polen und Deutschland verbunden.
Die über 750-jährige Stadt Frankfurt (Oder) ereilte mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 ein schwerwiegendes Schicksal. Mit der Umwandlung der Oder in einen Grenzfluss wurde Frankfurt von seiner damaligen Dammvorstadt (Słubice) abgetrennt und zur Grenzstadt erklärt. Durch die schwierigen politischen Verhältnisse zwischen der DDR, Polen und der Sowjetunion entstand daraufhin in der Grenzregion teilweise ein Klima der Kälte, das durch Misstrauen und Ignoranz geprägt war. Dadurch konnte sich in der Grenzregion nie ein wirklich gutes nachbarschaftliches Verhältnis entwickeln. Die östlich der Oder neu angesiedelten polnischen Bürger, teilweise selbst aus Ostpolen vertrieben, die vertriebenen Deutschen aus diesen Gebieten und die Bevölkerung westlich der Oder fanden in diesen Zeiten nie wirklich gut zueinander. Die bestehende Sprachbarriere tat ihr übriges, um engere Beziehungen zu verhindern.
Nach den politischen Umwälzungen vor fast fünfzehn Jahren, die in Polen mit der Solidarność-Bewegung einen nicht unbedeutenden Ausgangspunkt genommen hatten, kommt man sich dennoch näher. In den kommunalen Beziehungen gibt es heute vielseitige Bestrebungen, die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Situation der Städte zu verbessern. Die staatlichen Beziehungen sind mittlerweile geprägt von Verständnis und Verständigung auf beiden Seiten, gegenseitiger Unterstützung bei politischer und wirtschaftlicher Entwicklung (z.Bsp. bei der Aufnahme Polens in die EU, …), Gedanken- und Kulturaustausch, …

Słubice liegt an der westlichen Grenze der Republik Polen. Bis 1945 war Słubice ein Stadtteil von Frankfurt (Oder) (»Dammvorstadt«, »Gartenstadt«). Heute befindet sich in der Ortschaft Kunowice der wichtigste Grenzübergang zwischen Deutschland und Polen, sowohl für den Eisenbahnverkehr (Grenzbahnhof) als auch für den Straßen- und Transitverkehr (Grenzübergang Swiecko). Słubice hat eine Größe von 19,2 km² mit 16.900 Einwohnern. (Quelle: Urzad Miejski w Slubicach, 2002)
Słubice sieht sich als junge, selbständige Stadt, die seit 1945 besteht. In Veröffentlichungen der Stadtverwaltung wird die Auffassung vertreten, dass die Stadt nach dem II. Weltkrieg an Polen zurückgegeben wurde. Man habe das Gebiet des heutigen Słubice, eine früh-mittelalterliche slawische Siedlung, 1250 an Brandenburg verloren. (Quelle: Urzad Miejski w Slubicach, 2002)
Frankfurt (Oder) liegt an der Grenze der Bundesrepublik Deutschland zur Republik Polen ca. 80 km östlich der Bundeshauptstadt Berlin und 500 km westlich der polnischen Hauptstadt Warschau. Frankfurt (Oder) hat eine Fläche von 148 km² mit 73.000 Einwohnern. (Quelle: Pohl, 2000)
Offiziell beschreibt sich Frankfurt (Oder) als regionales Entwicklungszentrum. Es wird als wettbewerbsfähige Alternative zu Berlin und den anderen Zentren der Region eingeordnet. Aus der Nähe zu Berlin werden Vorteile für die eigene Entwicklung abgeleitet. Der Journalist Uwe Rada beschreibt aber genau diese Nähe als eines der Hauptprobleme für Frankfurt (und der anderen »Randstädte« Berlins). Diese »Randstädte« sind demzufolge nur Durchreisestationen zur eigentlichen »Grenzstadt« Berlin – hier ist das Ziel bzw. der Ausgangspunkt vieler Menschen aus den östlichen Teilen Europas. Gegen Berlins soziale und wirtschaftliche Attraktivität ist schwer anzukämpfen. (Quelle: Rada, 2001)
Resultierend aus den veränderten Gesellschafts- und Lebensbedingungen nach der »Wende« 1989 sieht sich Frankfurt (Oder) Problemen wie Bevölkerungsrückgang, Stadtschrumpfungsprozessen und weiter eingeschränkten finanziellen Spielräumen für die Kommune ausgesetzt. (Quelle: Rada, 2001; Pohl, 2000; BMBF, 2004)